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Bunte viktorianische Häuser, eine berühmte Strasse und wunderschöne, abgeschiedene Gärten - als eines der berühmtesten Viertel Londons hat Notting Hill einiges zu bieten. Allerdings war es genau diese Beliebtheit, die nicht zuletzt dank des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1999 entstand, warum mich der Besuch des Viertels zunächst abschreckte. Bei einer Stadt wie London ist das auch nicht weiter schlimm, da es so viel zu entdecken gibt, vor allem auch Viertel und Sehenswertes, das nicht jeder Tourist kennt. In meinem nächsten Artikel zu London wird es übrigens über genau solch eine Nachbarschaft gehen, also ein kleiner Geheimtipp sozusagen. Jetzt will ich euch aber erst mal mehr zur Notting Hill erzählen, denn, wie sich bei meinem letzten Besuch herausstellte, hatte ich dem Viertel ziemlich Unrecht getan. Keine Frage, Notting Hill ist sehr, dennoch wäre es schade sich diesen bekannten Flecken Londons entgehen zu lassen, zumindest, wenn man bunte, alternative Viertel mag, schöne viktorianische Häuser, oder natürlich, wenn man den Film mag, denn was das Aussehen angeht unterscheidet sich das Viertel kaum vom Film.

So konnte ich bei meinem letzten Besuch dann doch nicht mehr widerstehen und machte mich auf den Weg die berühmte Nachbarschaft zu erkunden. Notting Hill ist von der Innenstadt aus mit der Tube in rund 25 Minuten zu erreichen, ausserdem gibt es auch noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten, die in Verbindung mit einem Besuch des Viertel ganz einfach zu erreichen sind. Einige meiner liebsten Sehenswürdigkeiten in und um Notting Hill möchte ich euch in diesem Artikel gerne näher vorstellen.

PORTOBELLO ROAD &  VIKTORIANISCHE HÄUSER
Das Herz des Stadtteils bildet die die berühmte Portobello Road, in der nicht nur Antiquitätenläden, Buchhandlungen, Cafés, Pubs, Souvenirläden und Vintage Shops zu finden sind, sondern auch der ebenso berühmte Portobello Markt. Dieser Antiquitätenmarkt, der allerdings auch anderes zu bieten hat, findet jeden Samstag statt und ist eine der Hauptattraktionen des Viertels. Wer sich gerne an den hübschen Viktorianischen Häusern erfreuen und exklusive Boutiquen besuchen möchte, dem kann ich einen zusätzlichen Spaziergang durch die Westbourne Grove und die Pembridge Road empfehlen.

ESSEN & TRINKEN
Ganz egal ob Restaurants, Pubs, Cafés oder Konditoreien, Notting Hill hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Ausserdem gibt es den wöchentlichen Notting Hill Farmer's Market der frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte aus der Gegend anbietet.Gute Restauranttipps des Viertels sind hier zu finden.

LADBROKE SQUARE PARK
Der Ladbroke Square Park lädt zum Entspannen ein und gilt als einer der schönsten Privatgärten Londons. Leider ist dieser jedoch nur an bestimmten Tagen im Jahr öffentlich zugänglich und ansonsten, na ja, eben privat und nur für die direkten Anwohner zugänglich. Wer jedoch das Glück hat an einem der Tage dort zu sein, dem kann ich einen Besuch sehr empfehlen. Hier findet ihr die jeweiligen Daten dazu: Open Garden Squares Weekend 

NOTTING HILL CARNIVAL

Ausserdem ist Notting Hill berühmt für seinen Carnival. Ja, richtig gelesen, allerdings findet der, anders als bei uns nicht im Winter statt, sondern jeweils im August. Seit 1965 wird dieser jedes Jahr mehrere Tage ausgelassen gefeiert. Zu dieser Zeit finden diverse Umzüge statt, ausserdem messen sich die besten Londoner Steelbands in einem Wettbewerb und erfüllen das Viertel mit karibischen Rhythmen. Mehr dazu gibt es auf dieser Seite

DRUM HERUM
Wer es nicht in den weiter oben erwähnten Ladbroke Square Park schaffen sollte, braucht denncoh nicht auf grüne Oasen zu verzichten. Ganz in der Nähe befindet sich zum Beispiel der Holland Park, oder aber der weltberühmte Hyde Park. Übrigens ist von dieser Ecke des Parks auch der Kensington Palace wunderbar zu erreichen.

Wer nach einem Spaziergang durchs Viertel in Shoppinglaune geraten ist und in den vielen kleinen, alternativen Läden, sowie Edelboutiquen nichts abhaben kann oder ganz einfach nicht fündig geworden ist, der kann sich zum Westfield Shopping Centre begeben, das sich in der Nähe befindet. Dort gibt es nicht nur einen Disney Store (Yayyy!) sondern auch sonst alles was das Shoppingherz begehrt.


Als ich über die Dächer Fès blickte fühlte ich mich wie in Disney's Aladdin, der mich schon als Kind in die Welt aus 1001 Nacht entführte. Die typisch orientalischen Häuser, die Farben, das wuselige Tun der Einheimischen, nur die Landschaft drum herum war grüner als im Film.

Wir schlängelten uns durch die zum Teil sehr engen Gassen der Medina (Altstadt), aus deren verwinkelten Schleichwegen ich ohne unseren Guide wohl nie mehr hinausgefunden hätte. Erst ein paar Minuten zuvor hatte es geregnet, was der Altstadt Fès einen noch dreckigeren Eindruck verpasste. Die Farben und Gerüche schienen dadurch noch viel intensiver. Doch wider Erwarten war dieses wilde Durcheinander gar nicht so unangenehm, denn zum ersten Mal seit ich in Marokko war, hatte ich das Gefühl seine Ursprünglichkeit mit all meinen Sinnen zu erfahren. Genau so hatte ich es mir vorgestellt, mit den vielen Menschen, die aus ihren Läden gucken, ihre Ware hin und her tragen. Kurz gesagt: Ich mochte dieses bunte Treiben, diese Lebendigkeit.

Durch das Eingangstor Bab Bou Jeloud betritt man eine fremde Welt. Sobald man es durchschreitet befindet man sich inmitten orientalischen Lebens. Als drittgrösste Stadt Marokkos und älteste der vier Königsstädte geizt Fès nicht damit seinen Besuchern das zu geben, was sie von einer orientalischen Stadt erwarten. Prunkvolle Paläste, Moscheen, Madresen (Schulen) und Residenzen mit fantastischen Innenhöfen zeugen vom Reichtum vergangener Zeiten und machen aus der Stadt ein echtes Juwel.

Wer hier allerdings nach sauberen Strassen und hochmodernen Edelboutiquen sucht ist ganz klar fehl am Platz. Stattdessen erwarten einen das Eintauchen in eine Welt voller bunter Gewürze und Stoffe. Eine Welt, in die ich mich ganz einfach mitreissen liess. Immer wieder hörte man von Weitem ein Wort, das nach Ballek klang und soviel hiess wie Vorsicht! Wer dann nicht fix zur Seite ging, musste damit rechnen von einem Esel oder Maultier überrannt zu werden. Schon während der ersten Tage haben die prächtigen Farben mich fasziniert. Fès hat da allerdings gleich noch einen draufgesetzt und mich absolut überwältigt.

Auch die lebhaften Souks sind ein Erlebnis, nicht zu vergessen die wunderschönen Innenhöfe der alten Residenzen. In Fès haben wir ausserdem Chouara besucht, eine der bekanntesten und ältesten Gerbereien der Stadt - übrigens hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl etwas kaufen zu müssen, die Verkäufer waren also sehr angenehm zu den Touristen. Weiter sind wir der Rue Seffarine entlang, die voll ist von wunderbarem Kunsthandwerk. Architektonisch haben mich die Madrasa Bū ʿInānīya, eine Islamische Hochschule in Fès, sowie die Kairaouine Moschee, welche die historisch bedeutendste Moschee Marokkos ist, sehr beeindruckt.

Fès war für mich, neben dem Besuch der Sahara und ein paar kleineren Highlights wie die vielen hübschen Kasbahs entlang der Strasse der 1000 Kasbahs und die eindrückliche Mohammed II Moschee in Casablanca eines der grössten Highlights meiner Marokko Reise. Doch bevor ich euch noch viel länger zuquassle, lasse ich lieber noch ein paar Bilder sprechen.

Liebe Leser, wie ihr vielleicht über Instagram mitbekommen habt, ging es letzten September zu meinem 30. Geburtstag für meine Familie und mich nach Edinburgh. Einen besseren Ort hätte ich mir kaum vorstellen können, denn schon 2006, als ich zum ersten Mal in Schottland war, wurde Edinburgh zu einer meiner liebsten Städte überhaupt. Im Gegensatz zu London, Rom oder Paris ist sie „nur“ eine Kleinstadt, doch genau das macht ihr Charme aus. Heute will ich euch von dieser unvergesslichen Reise berichten, auf der nicht immer alles reibungslos verlief. Da wäre zum Beispiel, wie unser Flugzeug fast abgestürzt wäre, warum wir mit einem fast leeren Koffer wieder abgereist sind und warum wir einen Tag vor der Abreise kräftig gejubelt haben. Aber erstmal alles von vorne.

Aller Anfang ist schwer
Dieser Anfang war es auf jeden Fall, denn meine Geburtstagsreise sollte noch eine ganz schön grosse Überraschung für uns bereithalten., denn beim Anflug der Britischen Ostküste gerieten wir in einen heftigen Sturm, der Flugzeug, Crew und Passagieren ganz schön was abverlangte. Die Landung war holprig, dauerte zum Glück aber nicht so lange wie befürchtet. Als wir jedoch wieder festen Boden unter den Füssen hatten, durften wir erst nicht aussteigen – es sei zu gefährlich bei dieser Windstärke die Tür zu öffnen, hiess es. Also geduldeten wir uns. Endlich im Flughafengebäude angekommen, die nächste Hiobsbotschaft, unser Flieger lud die Gepäckstücke nicht aus, die Gepäcklade zu öffnen wäre zu gefährlich gewesen und so flog das Flugzeugt mit unserem Gepäck direkt wieder zurück nach Zürich. Die neuen Passagiere, auf dem Flug nach Zürich, ihrerseits natürlich auch ohne ihr Gepäck. Super, es konnte also nur noch besser werden. 

In der Gepäckhalle war das pure Chaos ausgebrochen, allerdings fand ich sehr spannend zu sehen, wie all die Menschen auf diese Situation reagierten. Leute sprachen miteinander, die sonst wohl nie miteinander ins Gespräch gekommen wären, man half sich gegenseitig beim Verständigen mit den Schotten (was fürs ungeübte Ohr zugegebenermassen nicht immer ganz einfach ist) und beim Ausfüllen der Papiere und man sprach sich gegenseitig Mut zu, dass schon alles wieder gut kommen würde und ja, ab und an wich das besorge Gerede einem Lachen. Um ehrlich zu sein fand ich diesen Moment, trotz eigentlich unangenehmer Situation, irgendwie schön. Trotzdem war ich froh, als alles erledigt war und nachdem wir alle unsere Papiere für die verlorenen Koffer ausgefüllt hatten - ich wusste noch nicht mal wie spät es war - machten wir uns auf den Weg in die Stadt, zu unserer Unterkunft. 

Das Abenteuer kann losgehen
Kaum waren wir in unserem Bed &Breakfast angekommen und hatten uns mit Regenjacken ausgerüstet - schliesslich waren wir in Schottland, nicht in der Karibik und unsere Regenjacken waren, na wo wohl? Richtig, im Koffer - waren die Startschwierigkeiten schon wieder vergessen. Den ersten Abend liessen wir gemütlich angehen, spazierten durch die Nachbarschaft und assen, wie es sich für Grossbritannien gehört, in einem Pub zu Abend. Das Viertel um unsere Unterkunft in der Frederick Street, nahe des Scott Monuments, eignete sich einfach perfekt für eine erste Erkundungstour.

Wir hatten uns einiges vorgenommen für unseren Aufenthalt in Edinburgh, wie die Besichtigung der Drehorte zu Avengers Infinity War (Royal Mile, Waverley Train Stadtion, Restaurants in der Cockburn Street), aber auch die historischen Orte in Bezug auf die Harry Potter Welt wollten besucht werden (The Elephant House, The Boy Wizard Shop), nicht zu vergessen die Besteigung des Calton Hills, von dem aus man eine wunderbare Aussicht über die Stadt hat, sowie der Besuch des zauberhaften Dean Village. Als Geburtstagsüberraschung gab es sogar eine Führung durch die Stadt mit dem Thema "Die Hexen von Edinburgh", die uns in eine andere Zeit eintauchen und Edinburghs mystische Seite entdecken liess.



Ein Grund zum Feiern
Natürlich war mein Geburtstag ein Grund zum Feiern, den wir übrigens in Jamies Italian mit sehr geiler Pasta gefeiert haben. Doch dieses Ereignis meine ich hier gar nicht, sondern die Rückkehr der verlohrenen Söhne, ähm Koffer. Ja, tatsächlich haben wir unsere Koffer noch am Abend vor unserer Rückreise erhalten - das musste gefeiert werden! Meine Familie war ganz aus dem Häuschen, weil sie mir am Ende doch noch das Geburtstagsgeschenk überreichen konnten. Ich habe mich sehr übers Geschenk gefreut, wobei ich gestehen muss, dass ich viel mehr freude daran hatte, dass wir alle gemeinsam an einem so schönen Ort feiern konnten.

Wo in Edinburgh übernachten

Da wir alle von unserer Unterkunft in Edinburgh begeistert waren und uns bei Kate und David rundum wohlgefühlt haben, möchte ich sie euch an dieser Stelle ein wenig genauer vorstellen. Die Lage unseres Bed & Breakfasts hätte kaum besser sein können, zwar hat das Haus keinen Aufzug, Treppensteigen muss man also können, der Rest allerdings besticht mit seinem typisch britischen Charme. Die Zimmer waren geräumig und sauber, die Betten empfand ich auch als angenehm und die Gastgeber waren sehr herzlich und zuvorkommend. Wer mag, darf sich auch in den Gemeinschaftsraum begeben und dort ein gutes Buch lesen, sich mit den beiden Hosts, oder anderen Reisenden austauschen.

Frühstück gibt es nicht bei Kate und David, dafür aber im direkt darunter gelegenen Restaurant Rabble, welches nicht nur sehr hübsch aussieht, sondern auch eine breite Auswahl an Frühstücksmöglichkeiten bietet. Wem trotzdem nach etwas anderem zumute sein sollte, findet rund um die Unterkunft eine grosse Auswahl an Restaurants, Pubs und Cafés, oder aber man spaziert etwa 10-15 Minuten und befindet sich dann im Herzen der Stadt. Wer gerne mehr über die Unterkunft erfahren möchte, der kann auf der offiziellen Webseite mehr erfahren. Bei einer Reise nach Edinburgh lohnt es sich auf jeden Fall mal in diesem Bed & Breakfast vorbeizuschauen.



Mehr über diese einzigartige Stadt findet ihr übrigens in folgenden Blogposts:
  

«Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste»

Tatsächlich? Ne, auf meiner Liste steht nicht jedes Land. Auch wenn jeder Ort bestimmt spannendes zu bieten hat, habe ich schlichtweg keine Lust überall hinzufahren – muss ich zum Glück aber auch nicht. Den oben erwähnten Satz hört man trotzdem immer öfter. Dieser Ländersammelvirus ist zu einem regelrechten Statussymbol geworden – je mehr Länder man in möglichst jungen Jahren schon "in der Tasche hat", umso cooler ist man. Ehrlich jetzt? Gibt’s dafür ‘nen Orden?

Ich bin ehrlich, ich verstehen den Reiz dabei nicht ganz. Nein, ich muss mich anders ausdrücken, den Reiz zu reisen, Neues zu erfahren und den eigenen Horizont zu erweitern verstehe ich voll und ganz. Aber ist das denn tatsächlich der Fall, wenn man jedes Land der Erde mal kurz berührt hat? Denn wirklich erleben kann man einen Ort in nur 48 Stunden, meiner bescheidenen Meinung nach, nicht. Das ist dann wohl eher das berühmte Kratzen an der Oberfläche, mehr nicht. Was genau ist daran der Reiz? Vielleicht ein erstes Beschnuppern und wenn’s einem gefällt fährt man nochmal hin? Gut mögilch, denn die vorhandene Zeit ist zugegebenermassen manchmal schon sehr begrenzt. Trotzdem so wirklich prickelnd finde ich die Vorstellung nicht, denn wann immer ich nur kurz an einem Ort bin, empfinde ich die Reise nie als besonders befriedigend. Aber vielleicht brauche ich persönlich auch einfach etwas länger um wirklich an einem Ort anzukommen, womöglich gelingt das anderen auf Anhieb.

NACHHALTIGER TOURISMUS
Ausserdem habe ich da noch ein anderes Anliegen während meiner Reisen. Respekt für Mensch und Natur sind mir wichtig, auch während ich die Welt erkunde und wie wir alle wissen, kann unüberlegtes Reisen auch ganz schön viel Schaden anrichten. 

Was Slow travel für mich bedeutet:
  • Sich mehr Zeit nehmen einen Ort zu erkunden
  • Bewusster planen, wie der Ort erkundet werden soll (möglichst umweltschonend)
  • Fernab der Massen reisen, Lokale Unternehmen unterstützen
  • Sich Zeit nehmen um Land und Kultur zu erfahren

Deshalb habe ich für mich beschlossen in Zukunft bewusster mit dem Thema umzugehen, und weniger oft, dafür aber langsamer und intensiver zu reisen. Für mich ist das sozusagen der Schritt ins nächste Level "Reisen mit allen Sinnen". In meinem Artikel Reist du noch oder erlebst du schon hatte ich das Thema schon mal kurz angsprochen und nachdem ich dieses Jahr viel öfter in den Flieger gestiegen bin, als ich eigentlich gerne wollte, will ich künftig bewusster reisen. Wie ich das bewerkstelligen werde und wie leicht oder vielleicht auch schwer es mir fallen wird, darüber werde auf dem Blog berichten.

Mehr als „nur“ Eindrücke sammeln, nämlich mit allen Sinnen erfahren, das ist Slow Travel für mich, eine völlig andere Art zu reisen und zu erleben. - Nicole Ardin

Vielleicht möchtet ihr miche in Stück weit begleiten und wir können voneinander lernen?

Zauberhafte Grüsse
Nicky


Krafttanken inmitten einer Metropole
Inmitten des Gewusels dieser einzigartigen Stadt gibt es einen Ort, der nicht nur so aussieht, als wäre er aus dem Kopf Tim Burtons entsprungen, sondern auch ruhig und entspannend ist, sodass man kaum glauben kann, dass er sich inmitten einer Grossstadt befindet. Überhaupt hat London ein paar wahrlich schöne Grünflächen. Eine der berühmtesten und zugleich grössten ist wohl der Hyde Park. Aber auch kleine Parks wie der Russel Square, indem sich die Kunststudenten regelmässig treffen, ist durchaus einen Besuch wert.

Der Highgate Friedhof 
Highgate befindet sich im Stadtbezirk Camden im Norden Londons und gleich oberhalb des Stadtzentrums. Vom British Museum aus sind es mit der Tube (so wird die Untergrundbahn Londons genannt) von der Haltestelle Russel Square (Blue Line) nur etwa zehn Minuten bis zur Kings Cross und von dort aus in Richtung High Barnet (Black Line) bis zur Archway Haltestelle. Danach ist es ein angenehmer zehn Minuten Spaziergang durch den Waterlow Park, der übrigens auch ganz bezaubernd ist und sich ebenso hervorragend für eine ruhige Minute eignet.

Der Friedhof besteht aus zwei Teilen, dem jüngeren, östlichen Teil und dem älteren, westlichen Teil, welcher nur geführt besichtigt werden kann. Mit einem Eintrittspreis für £8 kann man den östlichen Teil eigenständig erkunden. Wer den westlichen Teil auch sehen möchte, kann allerdings ein Ticket für £12 kaufen und hat sowohl die Tour, wie auch den Eintritt für den östlichen Teil mit inbegriffen. Ich fand die Investition hat sich allemal gelohnt.


West Cemetery 
Terry, unser Guide für den westlichen Teil der Grabstätten und der, meiner Meinung nach, so überhaupt nicht wie ein Terry aussah, sondern eher wie ein James, bewies swohl Herz wie auch Humor während der Führung. Es dauerte nicht lange, bis ich von diesem Ort genauso begeistert war wie er. Wir betraten die Egyptian Avenue, den Circle of Lebanon und die Terrace Katakomben, die ziemlich gruselig waren, vor allem nach Terry's lebhaft erzählten Geschichten.
 
 
East Cemetery
Der Ostfriedhof ist etwas weniger exzentrisch als der Westteil, aber keinesfalls weniger schön. Die meisten der alten Gräber sind von dicken Ranken umschlossen und geben dem Friedhof eine ganz besonders mystische Atmosphäre.Die berühmteste Grabstätte hier ist wohl die von Karl Marx, wobei ich gestehen muss, dass ich andere Gräber viel schöner fand als seines. Wer einen ruhigen Ort sucht um dem tosenden Lärm der Stadt zu entkommen, der wird hier auf seine Kosten kommen. Es ist herrlich durch die Natur zu gehen, dem Vogelgesang zu lauschen und, mit ein bisschen Glück, sogar einer der Nachbarschaftskatzen zu begegnen, die manchmal ganz schön frech, einige der Grabsteine für ihren Mittagsschlaf beanspruchen.

Geschichten von Geistern und Vampiren
Ich mag Friedhöfe, nicht unbedingt der Toten wegen, aber die Ruhe dort erlaubt mir meine Gedanken besonders gut zu hören. Inmitten solch friedlicher und magischer Orte sprudelt es nur so vor Geschichten in meinem Kopf und der Highate Friedhof war keine Ausnahme. Wie das Eintreten in eine andere Welt, in die Anderswelt, so kam es mir vor und wenn ich bedenke wo ich stand, ist dieser Vergleich gar nicht so weit hergeholt. Kein wunder gibt es unzählige Geistergeschichten, die sich um diesen Ort ranken. Seit den 1970er Jahren macht ausserdem das Gerücht die Runde, dass auf dem Friedhof ein echter Vampir hausen soll. Nun, begegnet bin ich ihm nicht, diesem Vampir, aber meine Fantasie hat diese Geschichte auf jeden Fall angeregt und wer weiss, vielleicht reicht diese Inspiration auch bald schon für eine kurze Geschichte.