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Krafttanken inmitten einer Metropole
Inmitten des Gewusels dieser einzigartigen Stadt gibt es einen Ort, der nicht nur so aussieht, als wäre er aus dem Kopf Tim Burtons entsprungen, sondern auch ruhig und entspannend ist, sodass man kaum glauben kann, dass er sich inmitten einer Grossstadt befindet. Überhaupt hat London ein paar wahrlich schöne Grünflächen. Eine der berühmtesten und zugleich grössten ist wohl der Hyde Park. Aber auch kleine Parks wie der Russel Square, indem sich die Kunststudenten regelmässig treffen, ist durchaus einen Besuch wert.

Der Highgate Friedhof 
Highgate befindet sich im Stadtbezirk Camden im Norden Londons und gleich oberhalb des Stadtzentrums. Vom British Museum aus sind es mit der Tube (so wird die Untergrundbahn Londons genannt) von der Haltestelle Russel Square (Blue Line) nur etwa zehn Minuten bis zur Kings Cross und von dort aus in Richtung High Barnet (Black Line) bis zur Archway Haltestelle. Danach ist es ein angenehmer zehn Minuten Spaziergang durch den Waterlow Park, der übrigens auch ganz bezaubernd ist und sich ebenso hervorragend für eine ruhige Minute eignet.

Der Friedhof besteht aus zwei Teilen, dem jüngeren, östlichen Teil und dem älteren, westlichen Teil, welcher nur geführt besichtigt werden kann. Mit einem Eintrittspreis für £8 kann man den östlichen Teil eigenständig erkunden. Wer den westlichen Teil auch sehen möchte, kann allerdings ein Ticket für £12 kaufen und hat sowohl die Tour, wie auch den Eintritt für den östlichen Teil mit inbegriffen. Ich fand die Investition hat sich allemal gelohnt.


West Cemetery 
Terry, unser Guide für den westlichen Teil der Grabstätten und der, meiner Meinung nach, so überhaupt nicht wie ein Terry aussah, sondern eher wie ein James, bewies swohl Herz wie auch Humor während der Führung. Es dauerte nicht lange, bis ich von diesem Ort genauso begeistert war wie er. Wir betraten die Egyptian Avenue, den Circle of Lebanon und die Terrace Katakomben, die ziemlich gruselig waren, vor allem nach Terry's lebhaft erzählten Geschichten.
 
 
East Cemetery
Der Ostfriedhof ist etwas weniger exzentrisch als der Westteil, aber keinesfalls weniger schön. Die meisten der alten Gräber sind von dicken Ranken umschlossen und geben dem Friedhof eine ganz besonders mystische Atmosphäre.Die berühmteste Grabstätte hier ist wohl die von Karl Marx, wobei ich gestehen muss, dass ich andere Gräber viel schöner fand als seines. Wer einen ruhigen Ort sucht um dem tosenden Lärm der Stadt zu entkommen, der wird hier auf seine Kosten kommen. Es ist herrlich durch die Natur zu gehen, dem Vogelgesang zu lauschen und, mit ein bisschen Glück, sogar einer der Nachbarschaftskatzen zu begegnen, die manchmal ganz schön frech, einige der Grabsteine für ihren Mittagsschlaf beanspruchen.

Geschichten von Geistern und Vampiren
Ich mag Friedhöfe, nicht unbedingt der Toten wegen, aber die Ruhe dort erlaubt mir meine Gedanken besonders gut zu hören. Inmitten solch friedlicher und magischer Orte sprudelt es nur so vor Geschichten in meinem Kopf und der Highate Friedhof war keine Ausnahme. Wie das Eintreten in eine andere Welt, in die Anderswelt, so kam es mir vor und wenn ich bedenke wo ich stand, ist dieser Vergleich gar nicht so weit hergeholt. Kein wunder gibt es unzählige Geistergeschichten, die sich um diesen Ort ranken. Seit den 1970er Jahren macht ausserdem das Gerücht die Runde, dass auf dem Friedhof ein echter Vampir hausen soll. Nun, begegnet bin ich ihm nicht, diesem Vampir, aber meine Fantasie hat diese Geschichte auf jeden Fall angeregt und wer weiss, vielleicht reicht diese Inspiration auch bald schon für eine kurze Geschichte.



Schottland ist ganz klar ein Ort für Naturliebhaber, Geschichtsfreaks und Fantasyverrückte, also ein Ort für Leute wie mich. Wenn ich dann noch irgendwo hochklettern darf: YAYYY! Denn ich liiiebe Aussicht, und das obwohl ich ein wenig von Höhenangst geplagt bin. Die vergesse ich aber ziemlich schnell wieder bei so einem atemberaubenden Ausblick wie er sich mir auf dem North Berwick Law anbot.

NORTH BERWICK UND SEIN LAW
North Berwick ist eine kleine Küstenstadt im Südosten Schottlands und nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Heimat des North Berwick Laws, einem 187 Meter hohen Hügel etwas ausserhalb der Stadt. Law übrigens deshalb, weil es das schottische Wort für Hügel ist.Wie ein Tal hier in Schottland auch nicht valley genannt wird, sondern glen, oder Seen nicht lakes, sondern lochs heissen. Ja, die Schotten haben mit den gälischen Einflüssen ihr ganz eigenes Ding was Sprache angeht, was mir zugegebenermassen schon immer sehr gefallen hat.



EIN ABENTEUER MIT AUSBLICK
Der Aufstieg auf den Law dauert nicht lange, ist teilweise allerdings ziemlich steil, was wiederum den Vorteil hat, dass man relativ rasch mit einer wunderbaren Aussicht belohnt wird. Auf dem Gipfel angekommen erwartet uns eine geballte Ladung schottische Lowlands soweit das Auge reicht - und Wind *g*. Was heissen will, dass eines dieser Hochglanzmagazinfotos ganz einfach unmöglich wird, aber das ist eben Natur pur mit der passenden Frisur.

Von solchen ungefilterten Abenteuern hatte ich in einem anderen Post schon berichtet. Damals war ich unterwegs auf der sagenumwobenen Isle of Skye und hatte ich schon mal von der Eroberung schottischer Hügel geschwärmt. Den Artikel dazu kannst du hier nachlesen.

KRAFTORTE IN SCHOTTLAND
Manchmal kommt es mir vor, als sei Schottland ein einziger, riesiger Kraftort, denn an keinem anderen Ort kann ich so gut Kraft tanken und mich in der Natur einfinden wie dort.Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man in Schottland gar keine Zeit hat sich gross mit etwas Anderem zu beschäftigen, als mit dem Hier und Jetzt. Wenn man die weite Natur bewandert, und sich, vom winde verweht... ähm sorry ... zerzaust, den Kräften der Natur aussetzt.

KRAFTORT NORTH BERWICK LAW
Der North Berwick Law ist definitiv ein solcher Kraftort. Ein Ort an dem man sich Zeit nehmen, wieder zur Kräften kommen und einfach nur sein darf. In solchen Momenten fühle ich mich absolut unbedeutend - ein seltsamerweise wunderbar erleichterndes Gefühl, denn das Bedürfnis die ganze Welt retten zu müssen ist weit weg. Hier ist ein Ort an dem ich einfach nur sein darf. Es ist fast ein wenig, als würde eine grosse Last von meinen Schultern fallen und wann immer ich in Schottland bin, an einem diser Kraftorte stehe, lerne ich ein wenig mehr über den Kreislauf des Lebens. Ich verstehe, dass es im Leben nicht um mich geht. Erkenntniese wie diese nehme ich jedes Mal von dort mit. Lebenslektionen, die mir nach all den Jahren eine gewisse Ruhe und Ausgeglichenheit mit in meinen Alltag gebracht haben.

Ich bin dafür, dass wir während unserer Reisen viel öfter die Augen offen halten für solche besondere Orte, was denkt ihr?

Die Magie des Lebens begegnet mir überall, auch auf meinen Reisen. Ob es nun atemberaubende Orte sind, die ich besuche, das Lachen der Kinder, die auf der Strasse spielen, oder der Duft einer Landesspezialität, der mir grade in die Nase steigt. Ich liebe es einfach zu sein, zu beobachten und den Zauber des Lebens zu spüren.

Manchmal, so wie in Otranto, begegnet mir diese Magie allerdings auch auf eine sehr direkte Art. Zum Beispiel in Form des Buches Viaggio nel Salento magico (deutsch: Reise durch den magischen Salento), das von magischen begebenheiten und Sagen rund um die Gegend handelt. Gekauft habe ich es mir nicht, weil mein Italienisch schlichtweg nicht ausreicht um ein ganzes Buch zu verstehen, dennoch hat es mich daran erinnert, dass Geschichten und Sagen voller Magie allgegenwärtig sind - auch heute noch und, dass sie noch immer einen Einfluss auf unser Leben haben, uns prägen.

Als mir das erwähnte Buch in die Hände fiel wusste ich gleich, hier bin ich richtig. Ich mag geschichtsträchtige und sagenumworbene Orte, deren Zauber zu spüren, der den jeweiligen Ort zu dem gemacht hat, was wir heute sehen. In Otranto ist diese Magie noch immer stark zu spüren. Die kleinen Gässchen und weissen Fassaden mit grünen und blauen Fensterläden lassen einen erahnen, dass wir uns inmitten mediterraner Lebensenfreude befinden - eine ganz besondere Energie, die ansteckend zu sein scheint.
OTRANTO
Die Hafenstadt Otranto bildet die Grenze zwischen Adria und dem Ionischen Meer und natürlich gibt es auch hier einige Sehenswerte Dinge, wie zum Beispiel die Kathedrale Otrantos, die Aragonesische Festung, oder den Baia dei Turchi, ein Strand wie aus dem Bilderbuch, der etwas ausserhalb der Stadt liegt. Am schönsten ist es jedoch durch die romantischen Gassen zu schlendern, dabei die feinen Düfte und prächtigen Farben der Marktstände zu geniessen und sich in einem der vielen kleinen Restaurants eine Pause zu gönnen. Diese allgegenwärtige Lebensfreude macht Otranto zu einem ganz besonderen Fleck Erde, der zum Geniessen animiert.


DIE SAGE DES SCAZZAMUREDDHU
Tatsächlich habe ich in Otranto nicht nur eine ganz besondere Magie gefunden, sondern auch eine berühmte Sagengestalt des Salento - den Scazzamureddhu. Dieses Wesen wird gerne als kleiner Zwerg mit roten Wangen beschrieben. Auf Darstellungen, die ich von ihm gesehen habe, hat er ausserdem spitze Ohren und einen kleinen Hut auf.

Der Scazzamureddhu ist eine Sagengestalt aus alter Zeit der auch unter den Namen "moniceddhu", "laùru" oder "carcaluru" bekannt ist. Er soll nicht grösser als 40 oder 50 Zentimeter sein, hat durchdringende schwarze Augen, lange lockige Haare und wird teils auch als hässlich, dunkel und haarig beschrieben. Es gibt diejenigen, die bereit sind zu schwören, dass er ein süsser Schelm ist, aber es gibt auch solche, die ihn im Gegenteil für einen bösen Mann halten, der sich schlechten Witzen und Teufeln widmet. Ob süsses, kleines Wesen oder hässliches haariges Monster, hängt wohl davon ab welche Erfahrung man mit der Sagengestalt gemacht hat, denn der Legende nach taucht der Scazzamureddhu vor allem Nachts auf, wenn alle schlafen, er liebt es Streiche zu spielen und Leute zum Narren zu halten - vor allem jene, die nicht an ihn glauben.

 Anderen Geschichten zufolge springt der "Laùru" aus seinem Versteck und klettert auf das Bett, drückt die Brust des auserwählten Opfers, bis ihm der Atem stockt. Es wird jedoch gesagt, dass, wenn es jemandem gelingt, sich aus seinem Griff zu befreien und den Schelm zu fangen, er das ganze Leben lang Glück haben wird. Mit diesem Glück kann man ihm auch Tagsüber begegnen. Bei einer Wanderung durchs Land zum Beispiel, berauscht vom starken Duft des Rosmarins und Salbeis, kann man ihn entdecken, wie er lächelnd durchs Gebiet wandert. 
 
Mich erinnern diese Geschichten sehr an solche über Kobolde und Hauselfen, oder den Fengg, den wir in der Schweiz kennen, die alle ähnlich beschrieben werden. Auch das sich auf die Brust der schlafenden Menschen setzen kenne ich aus eigenen Sagen, diese Wesen werden bei uns Nachtmaren (woher übrigens das englische Wort nightmare stammt), Alben/Elben (woher wir heute noch das Wort Albtraum abgeleitet haben) oder in der Innerschweiz auch Toggeli genannt.
  
Wie ich zu Beginn dieses Posts schon erwähnte, begegnet mir die Magie überall - auch auf meinen Reisen. Gesehen habe ich den Scazzamureddhu mit eigenen Augen zwar nicht, sein Lächeln habe ich aber allemal gespürt und ich glaube, ich war ihm sogar ein bisschen willkommen in seinem Land.

Da bin ich wieder mit meinem Faible für keltische Kultur und Mythologie. Tatsächlich ist mir aufgefallen, dass ich euch aus einem meiner liebsten Länder, Schottland, noch nicht wirklich viel über eben diese Themen berichtet habe, dabei gäbe es von dort so vieles zu erzählen, doch dazu ein ander Mal mehr.

Heute geht es zwar auch ein wenig um die keltische Kultur, allerdings entführe ich euch nicht nach Schottland, noch nicht mal nach Grossbritannien, dafür aber ins kleine Britannien und zwar in die französische Bretagne.

AUF KELTISCHEM BODEN
Nicht etwa, dass meine Heimat kein keltischer Boden wäre, schliesslich bezieht sich der heutige internationale Name der Schweiz (CH = Confederatio Helvetica) noch heute auf den keltischen Stamm der Helvetier. Doch das ist eine andere Geschichte.

Als erd- und naturverbundene Person mögen meine Reisen, oder besser gesagt, weshalb ich an einen bestimmten Ort reise und wie ich diesen für mich verinnerliche, womöglich etwas anders sein, als für einen normalen Touristen. Ich mag es eine Weile inne zu halten und den Ort ganz in mir aufzunehmen.


Gerade die Bretagne hat viele keltische Überreste. Nicht nur die imposanten Menhire erzählen von ihrer langen Vergangenheit, auch die vielen Sagen, die sich ums Land ranken, sind noch immer tief verwurzelt. Nicht zu vergessen das Bertonisch, welches dort noch heute gesprochen wird und somit als einzige moderne keltische Sprache, die heute noch auf dem Europäischen Festland verbreitet ist.

Anders, als vielleicht vermutet stammt die Bretonische Sprache jedoch nicht von der in Frankreich früher verbreiteten gallischen Sprache ab, sondern besitzt die gleichen Wurzeln wie die walisische und die kornische Sprache und gehört somit zu den Britannischen Sprachen.


Wenn mich jemand fragt, was die Bretagne zu bieten hat, gebe ich immer zur Antwort: " Geschichte, Mythologie und sehr viel Natur." Auch wenn es hier die eine oder andere Stadt gibt, Grossstadtfeeling sucht man vergebens. Stattdessen ist die Bretagne geprägt von einer atemberaubenden Landschaft, von kleinen Dörfern, romantischen Restaurants und entspannender Ruhe.

CÔTES D'ARMOR
Während meiner Reise in die Bretagne war ich hauptsächlich im Departement Côtes d'Armor unterwegs, das seinen Namen übrigens aus dem Keltischen ableitet, denn Armor bedeutet nichts Anderes als "Land am Meer" und die Côte aus dem Französischen bedeutet Küste. Côtes d'Armor befindet sich im Norden der Bretagne und hat eine traumhafte und abwechslungsreiche Küstenlandschaft zu bieten.

So zum Beispiel den Söldnerpfad (Le santier des Douaniers), der besonders zwischen Perros-Guirec und Ploumanac'h ein Highlight ist und, dank seiner rosa schimmernden Granitsteine, auch als „Côte De Granit Rose“ (deutsch: rosa Granitküste) bekannt ist.

Weiterhin ist die Bretagne auch bekannt für ihre Megalithen. Vor allem die Region um Carnac hat diesbezüglich viel zu bieten, allerdings braucht man nicht unbedingt in den Süden der Bretagne zu fahren um die alten Steinriesen zu bewundern. Die Megalthen von Champ des Roches zum Beispiel, und insbesondere Le Chaos du Gouët in Saint-Brieuc (Video) ist ein echtes kleines Highlight der Gegend.


BROCÉLIANDE - WALD MERLINS
Kein anderer Wald wird wohl so sehr mit der Artussage in Verbindung gebracht wie der Wald von Brocéliande. Der Legende nach wurde der berühmte Zauberer Merlin von Viviane (auch Nimue), der Herin vom See, in diesem mystischen Wald  in eine Weissdornhecke verbannt, wo er bis ans Ende der Tage schläft. Dies ist nur eine von vielen mystischen Geschichten, die sich um diesen Ort ranken.

Wo genau der Wald Brocéliande beginnt oder aufhört, ist auf keiner modernen Karte verzeichnet. Man weiss nur, dass er westlich von Rennes liegt und heute als Wald von Paimpont verzeichnet ist. Rennes selbst, als Hauptstadt der Bretagne,  ist übrigens auch einen Besuch wert. Wer gerne auf den Spuren der alten Artussage wandern möchte, sollte sich diesen mystischen Wald nicht entgehen lassen und wird bestimmt auch einige zauberhafte Begegnungen haben.

Du suchst noch den passenden Soundtrack zur Bretagne? Bittesehr: Nolwenn Leroy "Tri Martolod"

Hallo meine Naturliebhaber und Wanderfreaks!

Wenn man man sich den Urlaubsort Teneriffa vorstellt, dann denkt man ganz rasch an den anbietenden Süden, mit seiner warmen Sonne, seinem angenehmen Wind und nicht selten auch an die Touristenort Playa de Las Americas.

Nun ist es bei mir so, dass ich nicht einfach zwei Wochen Strandferien machen kann und wirklich nur am Strand sitzen möchte und ich weiss, viele von euch möchten, oder können das auch nicht. Irgendwann fängt es einfach an mich unter den Fingern zu jucken und ich muss etwas unternehmen. Was es auf Teneriffa alles zu entdecken gibt und dass es durchaus auch Orte gibt, die nicht nur den Badetouristen geeignet sind, werde ich euch im Artikel über Teneriffa nächste Woche noch berichten.

Heute nehme ich euch allerdings erst mal mit auf meine vierstündige Dschungelwanderung auf La Gomera, der Nachbarinsel Teneriffas. Eine Wanderung durch den Dschungel? Da freut sich die Heidenseele natürlich, denn wo anders wäre ich lieber als in der Natur und dann auch gleich noch in einem solch ursprünglichen Wald?

Los ging es um kurz vor acht Uhr morgens zum Fährhafen von wo aus wir unsere Reise nach La Gomera starten sollten. Am Vorabend noch rasch einen Rucksack gekauft, denn natürlich waren wir für diesen Urlaub nicht wirklich auf eine Wanderung dieser Art vorbereitet, woraufhin wir kurzfristig noch die nötige Ausrüstung auftreiben mussten, ging es mit so wenig wie möglich und so viel wie nötig auf ins Abenteuer.

Garajonay, der Nationalpark La Gomeras, der übrigens auch UNESCO Weltnaturerbe ist, nimmt rund zehn Prozent der Insel ein und beheimatet einen der wenigen übrig gebliebenen ursprünglichen Lorbeerwälder unserer Erde. Nicht nur die mit Moos behangenen Pflanzen, auch der dichte Nebel, der sich oft im Urwald finden lässt, macht diesen Ort zu einem mystischen Fleck Erde.

Unsere Wanderung dauerte knapp vier Stunden, wovon wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren keine der gefühlt millionen Treppenstufen zu verfehlen. Ja, es ging fast pausenlos runter, nur wenige Abschnitte unserer Tour verliefen gerade, ihr könnt euch die Verfassung meiner Beine in den darauffolgenden Tagen also in etwa vorstellen.

Nach knapp drei Stunden Wanderung gab es dann Mittagessen um die letzten 40 Minuten durch einen engen, stockfinsteren Tunnel mit kniehohem Wasser zu durchqueren, einzig mit einer mehr oder minder optimalen, selbstgebastelten Laterne wohlgemerkt, die verhindert hat, dass wir auf allen Vieren hindurchkriechen mussten (Indiana Jones lässt wieder mal grüssen) . Der Wanderführer sagte mir noch, dass wir heute kein Wasser im Tunnel erwarten würden. Tja, shit happens. Gelohnt hat sich das Abenteuer aber allemal, nicht zuletzt wegen der Aussicht, die sich uns am Ende noch gezeigt hat.



Hallo ihr Lieben,

Im Normalfall beginne ich nicht mit dem Ende einer Reise, dieses Mal werde ich jedoch eine Ausnahme machen und erst mal vom letzten Tag vor meiner Rückreise aus Kuala Lumpur berichten.

Am Samstagmorgen vor meiner Abreise habe ich mich auf den Weg zu den 30 Minuten entfernten Batu Caves nördlich der Stadt gemacht, was übrigens kein so einfaches Unterfangen war. Nicht etwa, dass es schwierig war drothin zu gelangen, ich habe einfach ein Taxi genommen, aber um herauszufinden was man hier in Kuala Lumpur während doch meiner sehr begrenzten Freizeit machen kann, musste ich doch ziemlich hartnäckig bleiben. Jeder den ich gefragt hatte was man denn hier in KL so alles unternehmen kann gab mir die Antwort: Shopping oder Petronas Towers. Mehr schien es nicht zu geben, aber das wollte ich natürlich keinem abkaufen und ich sollte recht behalten. Als ich von den Batu Caves erfuhr wusste ich: Da will ich hin!

 Die Batu Caves sind Klaksteinhöhlen, in denen ich mehrere Hindu-Tempel befinden. Sie liegen nördlich der Stadt und sind mit dem Auto in nur etwa 30 Minuten zu erreichen. Hier wo sich Natur, Religion und Moderne vereinen entsteht ein eindrückliches Bild, das ich so in dieser Form zuvor noch nicht gesehen hatte. Die vielfältigen und zugegebenermassen ziemlich kitschigen Farben sind fürs ungeübte Auge doch erst mal etwas gewöhnungsbedürftig. 

MURUGAN
Vor dem Eingang der Höhlen thront Murugan, auch bekannt als Skanda, der hinduistische Gott des Mutes, des Einsatzes für das Gute und Grossartige und Herrscher der Devas. Murugan, wie er vor allem von den tamilischen Hindus genannt wird, wo er auch am meisten verehrt wird, wird allerdings auch von buddhistischen Singhalesen in der Form des „Kataragama Deviyo“ als eine von vier Schutzgottheiten der Insel verehrt. In Nordindien hingegen spielt Murugan kaum eine Rolle. Als mein Tax hielt wusste ich gleich, dass wir hier richtig waren, denn die Statue ist tatsächlich sehr imposant und hätte in meinem Wohnzimmer definitiv keinen Platz.


DIE BATU HÖHLEN 
Als ich die Höhle betrat und somit die Tempelanlage, war ich auf den ersten Blick etwas enttäuscht. Die Tempel waren allesamt mit Glühbirnen ausgestattet, was erstmal nicht besonders "heilig" auf mich wirkte. Erst mit der Zeit und auch jetzt während der Rückbesinnung wird mir klar, dass dieses äussere Bild, welches sich mir darbot rein gar nichts mit den inneren, spirituellen Vorgängen zu tun hat.


Es waren die Affen - die Wächter der Tempel, die Barfusslaufenden Hindus, die sich auf ihre Weise mit der Erde verbanden und es war die ungeheuerliche Kraft der Natur, welche sich uns in diesen Höhlen darbot, in der sich uns das wahrhaft göttliche zeigte. Tja so ist das mit uns Menschen, wir sind oftmals Blind, auch wenn wir sehen. Und im ersten Moment war ich blind, vergass nicht nur mit den Augen zu sehen. Es dauerte ein paar Minuten, bis mir das bewusst wurde. Doch nun möchte ich euch nicht noch länger mit geschlichtlichen und spirituellen Dingen vollquasseln und lasse stattdessen lieber ein paar Bilder sprechen. Euch allen ein schönes Wochenende!

Bei Baden, also nahe der Stadt in der ich Lebe, gibt es einen magischen Ort, den Teufelskeller. Als Naturwaldreservat wird es heute von Familien und Naturfreunden gleichermassen genutzt um dem oftmals stressigen Alltag der Stadt zu entfliehen.

Was heute jedoch kaum noch einer seiner Besucher weiss, der Überlieferung nach hausen an diesem Ort Geister. Dies berichtet schon die alte Sage, die an dieser Stelle nachgelesen werden kann und woher der Teufelskeller auch seinen heutigen Namen hat.

Ich finde es immer unheimlich spannend diese Orte zu entdecken und deren Geschichten zu erfahren. Zum ersten Mal war ich hier in der 1. oder 2. Klasse auf der Schulreise. Schon damals war es ein wildes Paradies, nicht nur für uns Kinder. Die umgestürzten und moosbewachsenen Baumstämme, die Höhlen und kleinen Pfade durchs Grün des Waldes vermitteln eine ungewöhnliche Atmosphäre - ein Ort um Kraft zu tanken.
Ein magischer Ort ist der Teufelskeller also auf alle Fälle und gleichwohl durchaus beseelt, das kann ich bestätigen. Den Teufel nach christlichem Bilde wird man da allerdings nicht finden - allerhöchstens seine ganz eigenen Inneren Angstdämonen.






Hallo meine Lieben,

Heute berichte ich euch über den zweiten Teil unserer Schottlandreise, denn schon am Tag nach unserer Ankunft wurden unsere anfänglichen Pläne ganz schön durcheinander gebracht. Eigentlich war ein Ausflug nach Edinburgh mit dem Zug geplant, doch leider hat uns ein defektes Bahngleis einen Strich durch die Rechnung gemacht und so mussten wir überlegen, was wir stattdessen unternehmen wollten.

Kurzerhand haben wir dann beschlossen einen Tag früher als geplant in die schottischen Highlands aufzubrechen, haben telefonisch noch rasch ein Hotel auf der Isle of Skye organiziert, ein paar Sachen gepackt und sind losgefahren. Für unsere erste Nach in in Fort William würden wir vor Ort ein Bed & Breakfast suchen.

UNSERE HIGHLAND REISEROUTE 2015
Schon während meiner zweiten Schottlandreise im Jahr 2009 konnte ich die Highlands ein wenig erkunden. Damals ging unser Roadtrip über Stirling zum Eilean Donan Castle und hoch bis nach Inverness.

Dieses Mal sah unsere Route etwas anders aus, unser Ziel für den Abend war Fort William, das ich schon von früher kannte, danach sollte es allerdings noch weiter gehen, vorbei am Eilean Donan Castle, bis zur berühmten Isle of Skye, wo wir die Nacht in Portree verbringen würden.


Das Wetter war, na ja, schottisch halt. Es war regnerischer, als ich es mir von den letzten Reisen hierhin gewohnt war. Allerdings muss ich auch sagen, dass es der Stimmung keinen Abbruch getan hat. Die Regenjacke ausgepackt, ein gutes Paar Wanderschuhe angezogen und schon konnte unsere Reise durch die wilde Natur Schottlands losgehen.

FORT WILLIAM
Die erste Nacht in mitten der schottischen Highlands verbrachten wir in Fort William, in einem unglaublich süssen Bed & Breakfast. Das Städtchen allerdings, muss ich zugeben, hat mir noch nie besonders gefallen. Und doch bietet es ganz einfach einen hervorragenden Ort für einen Zwischenstopp, denn von Fort William aus, sind viele Sehenswürdigkeiten der Highlands gut zu erreichen.

GLENFINNAN - EIN MAGISCHER ORT
Wenn es irgendwo einen mystischen Ort zu entdecken gibt, bin ich nie weit. Wenn dieser Ort dann aber auch noch etwas mit Film zu tun hat, ist das für mich fast schon wie ein Sechser im Lotto. Eher zufällig sind wir auf diesen ganz besonderen Ort aufmerksam geworden, nämlich dank unserer Gastgeberin in Fort William. Diese fragte uns nämlich ob wir Harry Potter mögen würden, ich meine, was ist das bitte für eine Frage? Schlisslich bin ich eine Stolze Slytherin.

Das damals gewisse Bilder für den Film in Schottland entstanden sind, wusste ich zwar, doch ich hatte keine Ahnung, dass der Dreort so nahe lag. Na, erkennt jemand an den Bildern, was ich meine? Zugegeben, das Wetter war uns nicht so wohlgesinnt wie es den Bildern im Film war, dennoch hatte dieser Ort etwas absolut surreales für mich.

Nicht weit von Fort William entfernt befindet sich das berühmte Glenfinnan Monument. Gleich nebenan und mittlerweile noch berühmter, befindet sich das Glenfinnan-Viadukt. Dieses Viadukt, wer hätte es gedacht, ist heute so bekannt, dass es praktisch jedes Kind kennt.




MIT DEM HOGWARTS EXPRESS AUF HARRY POTTERS SPUREN
Das Glenfinnan Viadukt ist nämlich ein Eisenbahn-Viadukt und zwar das, welches als Kulisse für den berühmten Hogwarts Express diente. Der Zug also, in dem Harry Potter und seine Freunde durch die wilde Natur Grossbritanniens fahren.

Vermutlich stand mit der Begriff "Potterhead" auf die Stirn geschrieben, denn unsere Gastgeberin fragte mich, ob wir hier seien um Harry Potter zu sehen. So haben wir bei unserer Weiterreise noch kurzerhand diesen einzigartigen Ort besucht, bevor es weiter ging in Richtung Eilean Donan Castle.

EILEAN DONAN CASTLE
Eines der für mich schönsten und eindrucksvollsten Schlösser Schottlands ist das Eilean Donan Castle. Es Thront über Loch Duich wie kein anderes. Seinen Namen hat das Schloss vom Hl. Donnán von Eigg, einem keltischen Märtyrer aus dem 6. Jahrhundert.

Vor sechs Jahren allerdings war uns das Wetter wohlgesinnter und die Fotos konnte bei Sonnenschein geschossen werden. Dieses Mal hatten wir nicht soviel Glück, dafür aber enstand eine ganz andere Szenerie, mystischer und geheimnisvoller.


ISLE OF SKYE - FEEN INSEL
Nur einen Katzensprung vom Eilean Donan entfernt liegt die die sagenumwobene Isle of Skye. Skye ist eine Insel Schottland und liegt in Nordwesten des Landes. Unzählige Sagen ranken sich um sie und manch einer schwört, dass das kleine Volk hier reichlich vertreten ist - was ich mittlerweile übrigens auch bestätigen kann. Obschon ich dieses Gefühl von "nicht allein sein" schon bei unserem B&B in Fort William sehr stark hatte.


Die Insel ist von verschiedenen Orten aus mit der Fähre oder aber durch die Brücke "Skye Bridge" erreichbar und bietet so einiges für Naturliebhaber.

Der Old Man of Storr zum Beispiel, der ein wenig an Obelix Hinkelstein erinnert, überragt die mystische Landschaft im Norden Skyes. Wir sind noch an unserem Ankunftstag zum Storr aufgebrochen und sind etwas über eine Stunde lang dem Gipfel entgegen gestiegen (Bis ganz nach oben dauert es allerdings ungefähr zwei Stunden).


Leider waren wir zu wenig vorbereitet um bis ganz nach oben zu gelangen, der letzte Teil des Anstiegs ist nicht nur windig, sondern auch recht matschig.

Steil ist es auch und das schon von Anfang an, wer den Anstieg bis ganz nach oben wagen möchte, sollte sich also gut darauf vorbereiten und Wanderschuhe, wie auch Wind- und Regenjacke auf jeden Fall mit dabei haben.

Das nächste Mal wird der Aufstieg bis ganz nach oben definitiv noch nachgeholt. Eine atemberaubende Aussicht gab es aber auch schon für uns in der Hälfte des Weges.


Ganz in der nähe des Old Man of Storr ist der Kilt Rock, der seinen Namen der Felsform zu verdanken hat, welcher nämlich aussieht wie ein schottischer Kilt, also ein Schottenrock. Da die beiden Sehenswürdigkeiten nicht sehr weit voneinander entfernt sind, lässt sich beides gut für einen Tagesausflug verbinden.

EIN ORT DER FEEN
Auch bekannt ist der Fairy Glen im Norden oder aber die Fairy Pools im Süden der Insel, auf die mich ein Bekannter aus Schottland aufmerksam gemacht hat. Hier, meine Lieben, hausen die Feen höchst persönlich. Die Hügel, beziehungsweise die Feenbäder, sind dieses Mal definitiv noch auf meine Bucket List gewandert, zusammen mit dem Gipfel des Old Man of Storr.

Mehr Infos zur Isle of Skye und was man dort alles unternehmen kann, gibt es auf der offiziellen Seite IsleofSkye.com