"Style is knowing what you are, what you want to say and not giving a damn." - Orson Welles
Letztens kamen wir zufällig aufs Thema Bloggen zu sprechen. Keines Seltenheit, ist das Bloggen doch mein grösstes Hobby. Auf die Frage, was ich denn in meine Freizeit so treibe folgt dann eben die Antwort „ich blogge“ woraufhin ich oft die Folgefrage zu hören bekomme „wie erfolgreich bist du denn?“ Eine Frage, deren Antwort einen Vergleich mit anderen, ähnlichen Blogs, voraussetzt. Über lange Zeit habe ich mich in allen möglichen Lebenslagen auf diese Weise mit anderen Verglichen. Das Ergebnis war nie wirklich zufriedenstellend, genausowenig wie die Antwort, die ich meinem Gesprächspartner auf seine Frage geben konnte, denn es wird immer andere geben, die professioneller und erfolgreicher sind. Ab wann gilt man denn eigentlich als erfolgreich? Wird es an der Anzahl Klicks gemessen, an den Kommentaren oder der Anzahl Follower? Oder gar wie viel man mit seinem Blog verdient?
Zugegeben, im Vergleich dazu wirkt mein Blog tatsächlich unbedeutend. Weder mit der Anzahl Leser, noch mit dem Blogdesign kann ich mithalten. Noch dazu kommen natürlich Themen wie Beauty & Fashion, die sicher erfolgreicher sind als das, worüber ich schreibe.
Nun, daran gemessen wäre ich, im Vergleich mit anderen Blogs, dann wohl nicht besonders erfolgreich und müsste die Frage mit einem "nein" beantworten. Wenn ich allerdings meinen Erfolg daran messe, welche Entwicklung mein Blog und somit auch ich in den letzten Jahren durchlaufen habe, dann kann ich die Frage mit einem klaren "ja" beantworten.
Wenn ich mir diese beiden Blickwinkel vor Augen führe, dann merke ich, dass der eine mir auf alle Fälle besser bekommt, als der andere. Wenn ich mich beginne mit anderen zu vergleichen, dann kann das teilweise schon entmutigend auf einen wirken und es stellt sich die Frage, ob sich dieser ganze Aufwand überhaupt lohnt?
Frage dich nach dem Grund. Weshalb bloggst du?
Hast du zum Ziel mit deinem Blog berühmt zu werden? Möchtest du ganz einfach deine Leser unterhalten, sie inspirieren? Oder bloggst du ganz einfach, weil es dir Spass macht? Ganz egal welches Ziel du hast, werde dir einfach mal darüber bewusst. Beantworte dir die Frage des WARUMS, denn diese Antwort wird ausschlaggebend dafür sein, wie du mit deinem Blog umgehen wirst.
Bei mir war es anfänglich ein reiner Akt der Neugierde. Ich hatte eine Fanfiction geschrieben (ja so eine bin ich), mein Buch selbst publiziert und wollte nun ein wenig dafür werben. Ohne mir gross darüber Gedanken zu machen, habe ich meinen allerersten Blog eröffnet „Bartime Stories“. Erst mit der Zeit hat sich alles entwickelt. Ich habe gemerkt, dass das Bloggen so viel mehr zu bieten hat – Eine Welt, die mir zusagt, in der ich kreativ sein kann. Zu meinem Buch und meinem ersten Blog nur so vie: Beide sind heute nicht mehr online. Die Welt, die sich mir allerdings mit diesem einen Schritt offenbart hat, war so viel mehr wert. Fortan war mein Ziel die Menschen, meine Leser, zu unterhalten. Mit ihnen zu kommunizieren und mich auszutauschen, vielleicht sogar jemandem mit meinen Texten inspirieren zu können. Dank des Bloggens habe ich nicht nur meine Liebe zum Schreben aber auch zur Fotografie entdeckt und als die ersten paar Angebote zu Kooperationen bei mir eintrudelten, wurde mir bewusst, dass ich anscheinend doch das ein oder andere richtig gemacht hatte, wenn sogar Unternehmen sich dafür interessierten. Davor hätte ich nie auch nur im Traum daran gedacht meinem Blog eine professionelle Plattform zu bieten.
Vergleiche dich nicht mit anderen
Miss dich an dir selbst anstatt dich ständig mit anderen zu vergleichen. Du kannst immer noch etwas dazulernen und dich weiterentwickeln, so geht es jedem einzelnen von uns, ganz egal wie erfolgreich er ist. Lass andere ihren Weg gehen und gehe deinen auf deine Weise. Natürlich kann es nicht schaden, sich inspirieren zu lassen und zu sehen, was alles möglich ist. Ab und zu mal bei Nachbarblogs vorbeizuschauen ist ohnehin sehr angenehm und wenn du dort etwas siehst, was du dir auch für deinen Blog wünschst, dann arbeite in diese Richtung. Wichtig ist nur, dass du nicht einfach ständig so sein willst wie andere. Finde deinen eigenen Weg, denn du bist einzigartig und das soll auch dein Blog sein.
Wenn es dir in einem Gespräch auch mal so ergeht wie mir und dich stört, dass du nur an der Anzahl deiner Follower oder an dem was du damit verdienst gemessen wirst, halte deinem Gesprächspartner mal ganz klar vor Augen, was tatsächlich hinter einem Blog steckt. Was es heisst Blogger zu sein.Viele Leute sind sich gar nicht bewusst, wie viel Arbeit hinter so einem Blog steckt, wenn er ein wenig etwas hergeben woll. Kommentare wie: „ein paar Artikel schreiben ist doch keine Sache“ oder „Du musst ja nicht schreiben, ist ja nur ein Hobby“ höre ich öfters. Letzteres ist in meinem Fall zwar richtig, dennoch, wer seinen Blog am Laufen halten möchte, der wird nicht umhin kommen ihn zu pflegen und regelmässig was zu schreiben.
Zudem sind sich manche gar nicht bewusst, dass es eben nicht nur kurz was zu schreiben gibt. Viele Blogger, wozu auch ich zähle, haben zudem kein komplett professionelles Team von Fotografen, Lektoren etc. hinter sich stehen haben, scheint den meisten gar nicht bewusst zu sein. Konkret heisst das für jemanden wie mich, dass ich das ganze Konzept von A-Z alleine bewältige und wenn ich mir das so anschaue, dann kommt ganz schön was zusammen:
- Sammlung neuer Ideen
- Texte, die recherchiert, geschrieben und aktuell gehalten werden wollen
- Fotos, die Thematisch und Stimmungstechnich zum Artikel passen wollen
- Die Gestaltung eines Blogdesigns, das frisch und ansprechend bleiben soll
- Das Konzept und der Post-Ablauf, der geplant werden will
Das beansprucht locker ein paar Stunden pro Woche, die allein dem Blog gewidmed sind. Interaktion mit Lesern über Kommentare oder Emails, sowie Kooperationsanfragen oder die Werbung für meine neuen Artikel sind dann aber noch nicht mit einberechnet. Nicht zu vergessen, dass viele Blogger, so auch ich, nebenbei noch eine 100% Arbeit haben, eine Wohnung oder ein Haus, dass es zu unterhalten gibt, vielleicht ist da sogar noch eine Familie.
Nochmal anders sieht es aus, wenn du deinen Blog professionell oder semiprofessionell führst. Es ist wohl allen durchaus klar, dass, wer im Rennen bleiben möchte, auch die entsprechende Leistung dazu bringen muss. Daher ist es sicherlich nicht falsch in regelmässigen Abständen einen Blick nach rechts oder links zu werfen um zu sehen, was da auf dem Markt gerade angesagt ist.
ABER: Ich habe auch gemerkt, dass ich beim Vergleich mit anderen nach einer Weile automatisch weniger individuell wurde. Es ist eine Tatsache, dass es heute enorm viele Blogs gibt – was dich killt, ist der Vergleich mit anderen und die darauffolgende Reaktion genau so sein zu wollen wie sie. Hole dir inspirationen, doch bleibe einzigartig! Bleibe dir selbst treu, denn das währt am Ende am längsten.
Mein FazitAus diesem Grund sollte man sich gar nicht zu sehr mit anderen Vergleichen. Sich inspirieren lassen und austauschen ja, und zwar so, dass man selbst daran wachsen kann oder anderen hilft zu wachsen. Nicht aber um sich am Ende des Tages frustriert die Frage zu stellen, ob das alles einen Sinn hat. Habe ich Spass am Bloggen? Ja? Dann ist es Grund genug weiter zu machen. Auf was also sollte man sich stattdessen konzentrieren? Statt meine Leserzahl, oder die Klicks also mit derer anderer Zu vergleichen, vergleiche ich meine heutige Arbeit mit der von gestern. Habe ich etwas gelernt? Konnte ich mich verbessern, neue Inputs bringen und meine Leser zufrieden stellen? Wenn ja, dann war ich erfolgreich, wenn nein, dann ist das meine Chance mich zu verbessern.
Das Bloggen gibt mir eine Stimme und mag sie noch so klein und unbedeutend wirken. Am Ende weiss man nie wem diese kleine Stimme vielleicht die nötige Motivation gegeben hat seine eigenen Träume zu erfüllen und wenn ich mit meinen Artikeln auch nur diese eine Person motivieren kann, dann war es das wert!
"The best way to multiply your happiness is to share it with others."