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Ziemlich genau sieben Jahre ist es jetzt her seitdem ich zum ersten Mal in Kanada war. Lange hatte ich davon geträumt dieses Land zu bereisen, seine Natur zu erfahren und seine Kultur näher kennenzulernen. Im Juli 2011 war es dann soweit, meine Familie und ich hatten entschieden für vier Wochen über den grossen Teich zu hüpfen um das zweitgrösste Land der Welt zu bereisen. Über unsere Reiseroute der ersten beiden Wochen durch Kanadas Westen hatte ich vor einer Weile schon mal geschrieben. Wer gerne mehr darüber erfahren möchte, findet den Artikel unter: Eine Reise durch die Wildnis Kanadas.

Diesen Post jedoch möchte ich einem ganz besonderen Erlebnis widmen, welches mir damals in Victoria auf Vancouver Island zuteil wurde. Schon seit meiner Kindheit fasziniert mich die Natur und ihre Mysterien. Mich interessieren Kulturen, insbesondere solche, die noch immer stark mir den alten Geschichten und Bräuchen verbunden sind.

Meine persönliche Geschichte mit den Orcas war vorbelastet durch den berühmten Film Free Willy aus dem Jahr 1993. Diesen hatte ich mit etwa sieben oder acht Jahren zum ersten Mal geschaut und von da an war ich fasziniert von Orcas. Allerdings hatte mich weniger die Beziehung zwischen dem Jungen und dem Wal interssiert, sondern viel mehr das, was sein Mentor Randolf Johnson (gespielt von August Schellenberg) über diese Tiere und ihre Bedeutung für die Ureinwohner zu erzählen hatte. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich dieses Gefühl ihnen so nahe zu sein (na ja, vielleicht nicht ganz so nahe wie der Junge im Film) selbst einmal erleben wollte.

WHALE WATCHING AUF VANCOUVER ISLAND
Tatsächlich lässt der Orca an der Westküste Kanadas auch nicht lange auf sich warten, denn er begegnet einem überall - in Form von schmucken Anhängern, Figuren oder sogar als Wandmalerei. Seine Bedeutung für die hiesigen Einwohner ist daher kaum zu leugnen und als nettes Souvenir für Touristen in Form von Schmuck sieht er auch sehr schick aus. Aber so ganz zufrieden war ich damit noch nicht. Mit solch einem Traum wie meinem im Gepäck war klar, sollte ich einen Ausflug zu den Orcas der Umgebung machen können, würde dies auf jeden Fall eines meiner ganz grossen Urlaubshighlights werden.

 In Victoria bekamen wir dann die Chance mit einer jungen Gruppe Meeresbiologen hinauszufahren.
Allerdings stand unser Bootsausflug  anfänglich unter keinem guten Stern. Früh morgens ging es los. Es war neblig und die Meeresbiologen hatten uns schon vorgewarnt, dass es auch gut sein kann, dass wir heute kein Glück haben. Wir wollten es dennoch versuchen und so haben sich mein Vater und ich aufgemacht um die Wasserwildnis Kanadas zu erforschen.

Erst hörte man noch die Geräusche der Stadt, das Singen der Wasservögel, doch das wurde von Minute zu Minute leiser bis nur noch der Motor unseres Bootes und das dagegenprallen der Wellen zu hören war. Noch immer war der Nebel so dicht, dass wir kaum etwas ums Boot herum sehen konnten und schon nach etwa zwanzig Minuten schien es so, als ob die Welt um uns herum den Atem angehalten hätte. Als der Kapitän kurz darauf den Motor des Bootes abgestellte, erschien mir der Moment schon fast surreal. Jetzt hiess es warten und beobachten, das Team berichtete uns in der Zwischenzeit einiges über die Natur und die Tiere der Umgebung.

Während weiterer zehn Minuten geschah nichts, doch dann in der Ferne waren auf einmal schwarze Punkte zu erkennen.Wir hatten Glück! Eine ganze Orca Familie war in der Ferne zu sehen, zwar noch relativ klein, aber immerhin. Wir fuhren ihnen ein Stück weit entgegen um sie besser beobachten zum können und je näher wir ihnen waren, desto mehr begann unser Boot zu schaukeln. Die Meeresriesen liessen sich allerdings nicht von uns stören und vergnügten sich in ihrer gewohnten Umgebung.

DAS HABEN MICH ORCAS GELEHRT
Was ich an Erfahrungen wie dieser so sehr liebe? Wenn man mit einem kleinen Boot weit draussen auf dem Meer ist und dann plötzlich vor einer Gruppe mäjestetischer Meeresriesen steht, durch die das kleine Boot ganz schön ins Wanken kommt, dann wird mir bewusst, wie klein und unbedeutend ich in diesem Grossen und Ganzen bin.

Man könnte meinen diese Aussage sei abwertend, doch um ehrlich zu sein ist dieses Gefühl einfach grossartig.Wie oft fühlen wir Mensch uns gegenüber allem anderen erhaben? Wie oft haben wir das Gefühl, wir seien die einzigen auf diesem Planeten, die die Welt auch nur annähernd verstehen? Wie oft glauben wir so viel wichtiger zu sein, als Tiere, Pflanzen oder gar das Universum? Ist das nicht eher ziemlich arrogant von uns? Diese Arroganz verleitet uns dazu die Welt retten zu wollen, denn wenn nicht wir, wer sollte es sonst können? Schliesslich sind wir das Wichtigste, was das Universum zu Stande gebracht hat, nicht wahr? Nun, wann immer ich mich wieder mal so richtig klein und unbedeutend fühle, dann spüre ich gleichzeitig eine ungeheure Verbundeheit, denn ich verstehe nicht nur, dass ich ein Teil des Ganzen bin, ich erlebe es in diesem Moment in seiner ganzen Umfänglichkeit.

Kann ich die Welt verändern oder vielleicht sogar verbessern? Nun, ich kann mich verändern, dazulernen und wachsen und dadurch kann ich auch ein Stück weit die Welt verändern. Aber nein, retten (vor wem oder was auch immer) muss ich sie nicht, das hat sie gar nicht nötig. Allerdings hat sie es verdient mit Respekt behandelt zu werden und das versuche ich zu tun. Wann immer ich eine Erfahrung wie diese habe, dann erinnere ich mich an genau das und ja, ich glaube das ist etwas sehr Gutes.

Hallo meine Lieben,

Im Juli 2011 ging es für meine Familie und mich für einen Monat ins zweitgrösste Land der Welt - Kanada. Da ich euch hier auf Ard de vivre noch nicht gross über unseren Roadtrip durch den Westen Kanadas berichtet habe, dachte ich mir es wäre nun endlich an der Zeit dies zu ändern. Die ersten beiden Wochen unseres Aufenthaltes haben wir im Westen des Landes verbracht, um dann die letzten beiden Wochen an der im Osten zu verbringen.

Heute möchte ich euch aber erst einmal mitnehmen auf meine Reise durch die Wildnis Kanadas und zwar durch die Provinzen British Columbia und Alberta. Ich hatte damals ein Tagebuch geführt und mir die Täglichen Erlebnisse notiert, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

DER FLUG
Von Zürich aus sind wir acht Stunden gen Westen gereist, um nach einem kurzen Zwischenhalt am Flughafen von Toronto, noch die letzten vier Stunden bis nach Vancouver in Angriff zu nehmen. Ich war zuvor noch nie so lange geflogen und auch wenn ich, den Götten sei Dank, keine Flugangst habe, war ich wirklich froh, als wir endlich den westlichen Teil Kanadas erreicht hatten. Gerade der Zwischenhalt in Toronto (Mit Gepäckabnahme und der erneuten Übergabe!) hat mich wirklich geschafft. Von da an schwor ich mir, wann immer möglich einen Direktflug zu buchen, was ich ab diesem Zeitpunkt übrigens auch tatsächlich immer getan habe.

ANKUNFT IN VANCOUVER
Vancouver, wo wir die ersten Tage unserer Reise verbracht haben, liegt in der Provinz British Columbia,. Zwar gilt als regnerische, aber, dank ihrer Lage, auch als eine der wärmeren Städte Kanadas. Ich muss allerdings zugeben, dass sie ihrem Ruf während unseres Aufenthalts nur bedingt gerecht wurde. Nur am letzten Tag vor unserer Abreise hat es wirklich in Strömen geregnet, ansonsten hatten wir herrliches und angenehm warmes Wetter.

DIE REISE BEGINNT
Von Vancouver aus sollte es dann mit dem Bus durch die Wildnis Kanadas weitergehen. Schon früh morgens machten  auf den Weg gen Osten durch Nicola Valley in British Columbia. Unser erster Stopp an diesem Tag hiess Merritt, wo es auf einmal von gemütlichen 25°C auf 35°C ging! Ah ja, was ein Tal halt so an sich hat…Übernachtet haben wir in Vernon im Okanagan Tal.

Am Mittwoch erreichten die kanadischen Rockies und mit einem kurzen Stopp am Lake Louise, haben wir auch genügend Zeit die wunderbare Landschaft zu geniessen. Das nächst grössere Städtchen war Banff, im Banff National ParkDer Bow River, an dem der Film River of No Return mit Marilyn Monroe gedreht wurde (Da kommt der Filmgeek in mir wieder durch), ist ein schöner Ort, den man zu Fuss in etwa 20 Minuten von Banff erreicht.


Im Parc of Giant Cedars in Revelstoke haben wir einen netten Tag verbracht. Wir waren alle überrascht als wir gesehen haben, wie gross die Bäume hier waren! Einfach unglaublich. Den Nachtisch gab es dann am Emerald Lake, mein persönlicher Favorit unter den Seen hier in der Gegend. Danach haben wir dann erfahren, was es heisst in einem so grossen Land wie Kanada zu sein, denn es ging zum Athabaska Glacier, auf dem wir ganz schnell von unserer Sommerkleidung auf Winterkleidung umsteigen mussten. Ja es war eine gute Erfahrung, aber kalt! ;)
 
Die nächste Nacht verbrachten wir in Jasper, einem kleinen Städtchen im Westen der Provinz Alberta. Spirit Island hiess unser Plan am nächsten Tag und der Nebel verlieht der Bootsfahrt auf dem Maligne Lake einen mystischen Touch.
Unsere Reise ging weiter in den Norden, nach Fort St. James, wo wir mehr über die ersten Handelsleute dort erfahren durften, nicht zu vergessen die First Nations in Hazelton, die uns einen freundlichen Empfang bereitet haben. Allerdings, und das fand ich etwas schade, merkte man durchaus, dass das ganze hier für die Touris abgefahren wurde. Interessant war es trotzdem.
Der letzte Halt im Norden hiess für uns Prince Rupert - eine kleine Küstenstadt am Pazifischen Ozean. Prince Rupert ist zwar nicht sehr gross, jedoch schön anzuschauen und genau richtig um zu entspannen. Ganz nebenbei ist die Stadt nur wenige Meilen von Alaska entfernt und zudem auch die kanadische Stadt mit dem grössten Native Anteil.
Danach sollte unsere Reise wieder gen Süden gehen. Früh morgens ging es für uns auf die Northern Explorer, eine Fähre, die der Inside Passage entlang fährt – unser nächstes Ziel war Vancouver Island. Die erste Nacht sollten wir in Port Hardy verbringen, bevor es dann zu unserem eigentlichen Ziel, Victoria, im Süden der Insel weitergehen sollte. Victoria ist eine wirklich schöne Stadt, die mit ihren rund 80 tausend Einwohnern sehr übersichtlich und relativ ruhig ist.

Wir hatten nicht nur das Glück dort die Burtchart Gardens zu besuchen, sondern auch an einem Whale Watching teilnehmen zu können. Zuviel möchte ich hier jedoch noch nicht schreiben, denn den Artikel zu Victoria findet ihr an dieser Stelle.

EINE GANZ UND GAR SPIRITUELLE ERFAHRUNG
Während dieser zwei Wochen bin ich voll und ganz in dieses wunderbare Land eingetaucht. Noch nie zuvor in meinem Leben war ich von so weiter Natur umgeben, wo wirklich Kilometerweit nichts ist ausser Wälder, Berge, Seen und Wildnis. Ich kann gut verstehen weshalb die hiesigen Natureinwohner ihren Fleck Erde so sehr lieben und zu beschützen versuchen und ich kann jetzt auch verstehen, weshalb ihnen die Orcas heilig sind ...

Nachdem wir die Inside Passage mit der Fähre hinter uns gebracht haben, sind wir beim letzten Teil unseres Abenteuers an Kanadas Westküste gelangt. Unsere erste Nacht haben wir in Port Hardy verbracht, von dem wir aber zugegeben fast gar nichts gesehen haben. Es war spät in der Nacht, als die Fähre anlegte und wir konnten an nichts Anderes mehr denken als ein gemütliches Bett.

So ging es am nächste Morgen planmässig gleich weiter zur letzten Stadt unserer Westkanada Reise, Victoria. Vorbei am Städtchen Chemainus im Osten der Insel, gelangten wir gegen Abend dann nach Victoria. Ich muss zugeben, diese Stadt gefällt mir mindestens genauso gut wie Vancouver. Sie wirkt friedlich, der Natur fast noch etwas näher als Vancouver und ich hätte es definitiv auch noch länger dort ausgehalten.



Das Whalewatching am Tag darauf war einzigartig. Allerdings haben wir die erste halbe Stunden tatsächlich gebangt, ob wir überhaupt etwas sehen würden, denn der Nebel lag an diesem Morgen so dicht über der Oberfläche, dass nicht mal der Captain des Bootes uns versichern konnte, dass wir die Orcas sehen würden.

Es war eine Weile lang ganz still auf dem Boot und alle hielten gespannt Ausschau nach den Riesen und dann plötzlich kamen sie, eine ganze Familie. Wir hatten Glück!

Etwas unbehagen war es mir dann aber zeitweise schon, als das kleine Boot so sehr zu schwanken begann und ich die Meeresriesen vor mir sah. Da sieht man mal wieder, wie klein man doch ist...
 
 

Der Kreis sollte sich schliessen und somit auch der erste Teil unserer Reise. Zwei Wochen sind wir durch British Columbia und Alberta gereist, bis zur Grenze Alaskas. Haben wundervolle Städte und Dörfer besucht und atemberaubende Natur erleben dürfen. Somit ging für mich ein langjähriger Traum in Erfüllung und wer weiss, vielleicht kehre ich eines Tages mal zurück. Doch das steht im Moment noch in den Sternen. 

{Reisen} Victoria

by on Juli 30, 2011
Nachdem wir die Inside Passage mit der Fähre hinter uns gebracht haben, sind wir beim letzten Teil unseres Abenteuers an Kanadas Westküst...


Ihr Lieben,

So aufgeregt wie vor dieser Reise war ich noch nie! Nachdem ich schon jahrelang davon geträumt hatte nach Kanada zu reisen um dort die Städte wie Vancouver, Victoria, Toronto und Montréal zu besuchen, sollte sich dieser Traum nun endlich erfüllen.

Ich war zuvor noch nie so weit geflogen und auch noch nie ausserhalb Europas im Urlaub, für mich war die Reise ins zweitgrösste Land der Welt daher schon ein ganz schön grosser Schritt. Nachdem wir mit Air Canada erst acht Stunden bis nach Toronto geflogen sind um dort umzusteigen (übrigens muss man hier sein Gepäck abholen und wieder abgeben) ging es nochmals etwa vier Stunden bis zu unserem ersten Ziel - Vancouver.

MEINE ERSTEN EINDRÜCKE DER STADT
 Die Stadt ist einzigartig und voller kultureller Diversität. Hier gibt es nicht nur das schnuckelige Gastown Viertel, übrigens das älteste Viertel der Stadt, mit seinen viktorianischen Gebäuden, alten Strassen und zauberhaften Boutiquen, sondern auch das zweitgrösste Chinatown ausserhalb Chinas (das grösste befindet sich übrigens in San Francisco). Das sind jedoch nur zwei von vielen Sehenswürdigkeiten, die hier zur multikulturellen Szene gehören. Der Stanley Park sollte unbedingt besucht werden, der ist einfach herrlich. Wunderbare Gehwege und viel Natur, so mag ich’s am liebsten.

Doch statt noch viel länger von der Stadt zu schwärmen, hier ganz einfach mal ein paar Bilder von unserem Besuch.